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- Für Sie waren wir sehr fleißig -
Zu
weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier:
www.schmerz.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)
Laut der
Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben
alle
Versicherte (also auch ältere
Patienten)
einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation und
können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch
einen
Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses
Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten
bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR
2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen
Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet,
die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu
berücksichtigen (eine
Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst
zu)).
Der
Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm
bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse
wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
Sozialgerichte stärken die
Rechte von Schmerzpatienten gegenüber Rentenversicherungen:
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf , in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zum 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
oder auch
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik
und vom Sozialgericht Köln erging die einstweilige Verfügung in nur
23 (!!) Tagen:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht3.
Die Methoden der modernen
Schmerztherapie
bieten auch optimale Voraussetzungen für eine
Anschlußheilbehandlung
(AHB)
bzw.
Anschlußrehabilitation,
weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen
rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber
erfahren Sie hier:
http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk
(einfach
anklicken).
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Informationen über
Schmerzerkrankungen von der

Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Für Patienten mit privater
Krankenkasse werden Krankenhaus- bzw. krankenhausvergleichbare Behandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Beihilfefähig.
MIGRÄNE
Fortsetzung von
www.migraene.cc
Was versteht man unter
dem Begriff "Aura"?
Dieses lateinische Wort
kann mit Lufthauch, Schein übersetzt werden. In Bezug auf die Migräne versteht
man darunter neurologische Initialsymptome
(= anfängliche
Krankheitszeichen), die meist für ca.
30 Minuten dem eigentlichen
Migränekopfschmerz
vorausgehen, langsam zu- und auch wieder abnehmen um sich dann vollständig
zurückzubilden.
Als typische Anfangssymptome einer M igräne (Mi
gräne
aura) gelten
Sehstörungen, (halbseitige) sensible und motorische
(=
Bewegung
s-)
Störungen sowie Dysphasie
(= Sprachausdrucksstörungen).
Weitere Migränetypen (IHS-codierte
Klassifikation) sind:
|
M
igräne mit prolongierter Aura |
|
Familiäre hem
iplegische Aura |
|
Basilaris-Migräne |
|
Mig
räne
aura ohne Kop
fschmerz |
|
M
igräne mit akutem Aurabeginn |
|
Ophthalmoplegische M
igräne |
|
Retinale M
igräne |
|
Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher |
|
Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer M
igräne |
|
Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit |
|
Alternierende Hem
iplegie in der Kindheit |
|
M
igräne
komplikationen: |
|
Status migraenosus |
|
Migränöser Infarkt |
|
Migräne
artige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen
Migräne mit dem
Alice im
Wunderland-Syndrom |
Die genaue Klassifikation der Mig
ränekopfschmerz
arten ist manchmal nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige
Erläuterungen folgen:
- Eine prolongierte (= verlängerte)
Migräne
aura liegt dann vor, wenn zumindest ein typisches Symptom länger als 60
Minuten und weniger als eine Woche anhält.
- Bei der familiären hem
iplegischen
(= mit einer
Halbseitenlähmung
einhergehenden) Migräne
besteht bei mindestens einem Verwandten (1. Grad) das gleiche
Krankheitszeichen.
- Bei der
Basilarismigräne
gehen die
Kopfschmerzen
mit Krankheitszeichen des Gehirns einher (z.B. Schwerhörigkeit, Doppelsehen,
sensible oder motorische Störungen, Schwindel).
- Nach Göbel
(1994) ist es umstritten, ob die
Kopfschmerz
en bei der ophthalmoplegische M igräne
(Schmerzattacken,
die mit einer Lähmung der Augen
muskeln
einhergehen) überhaupt der Migräne zugeordnet werden
können.
- Gleiches gilt für die
periodischen Syndrome in der Kindheit (anfallsartiger Schwindel und
abwechselnde
Halbseitenlähmung (Hemiplegie),
in Verbindung mit Störungen der Hautempfindlichkeit oder Beweglichkeit sowie
vegetativen Krankheitszeichen, möglicherweise sind diese Erscheinungen
epileptiformer (=
fallsuchtartiger) Natur).
- Bei der "kindlichen
M
igräne" können auch
Bauchschmerzen mit Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten, gelegentlich
auch ein Temperaturanstieg, ohne daß
Schmerzen im
Kopf vorliegen.
- Bei der retinalen
Migräne sind die
Schmerzen im
Kopf von einem
einseitigen
Gesicht
sfeldausfall oder gar Erblindung begleitet, was bis zu einer Stunde
anhalten kann.
- Als M
igränekomplikation ist der Status migraenosus zu nennen, gekennzeichnet
durch eine Dauer der
Kopf
schmerz
en von mehr als 72 Stunden Dauer, trotz Behandlung.
- Eine weitere
Komplikation ist der migränöse Infarkt. Dieser liegt vor, wenn ein
ischämischer (=
durch Blutmangel bedingter)
Hirninfarkt nachweisbar ist, oder die Aurasymptomatik (= anfängliche Krankheitszeichen einer Mi
gräne)
nicht innerhalb von 7 Tagen völlig abklingt.
Migränebehandlung:
Zunächst muß der Patient eingehend über die
Migräneerkrankung
aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten (Migränemittel)
informiert werden. Auf anamnestisch (= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte
besonders eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind
hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten,
möglichst Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von
Streß
situationen.
Thera
pie akuter
Migräneanfälle:
Ganz wichtig ist der Hinweis, daß
Analgetika (=
Schmerzmittel)
möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten,
bis das Vollbild des Mig
räne
-Kopfschmerz
es eingetreten ist, sondern die Medikamenteneinnahme soll schon bei den
ersten Anzeichen erfolgen.
Als
Migränemittel
der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) 1-1,5 g. Bei ungenügender Wirkung von ASS empfiehlt sich ein Versuch
mit Paracetamol, 1-1,5 g (in Form von Tbl., Saft oder
Zäpfchen). Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen)
sind als
Migränemittel
ebenso wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate.
Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib
oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem
Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer.
Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt
genommen werden, wie schon andere M
ittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bewährt hat sich bei stärkeren
Migränekopfschmerzen
auch die Kombination von 1g ASS mit 1g Paracetamol. Auch ein Therapieversuch mit
Metamizol ist bei
M
igräne
manchmal lohnend.
Ein potentes
Migränemedikament
ist der Serotoninagonist
(= Mi
ttel, das dem Gewebshormon
Serotonin entgegenwirkt) Sumatriptan.
Initiale Dosierung: 100mg zum Einnehmen,
als Nasenspray oder 6mg unter die Haut gespitzt. Bei Wiederauftreten von
Kopfschmerzen
maximal zwei Verabreichungen in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende
Nebenwirkungen berichtet, auch in den Medien. Bei Beachtung der
Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit
jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen 1993). Wegen des
relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für andere Triptane)
allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere
Mig
ränemittel nicht den gewünschten Erfolg
bringen. Zwischenzeitlich gibt es zur
Migränetherapie
weitere Triptane: Zolmitriptan, Naratriptan (als
Formigran® rezeptfrei),
Rizatriptan, Almotriptan, Frovatriptan und Eletriptan. Zur Behandlung der
hemiplegischen, ophthalmoplegischen oder Basilarism
igräne sind Triptane allerdings nicht geeignet.
Ergotaminpräparate sind klassische
M
igränemittel zur Kupierung der
Migräneanfälle,
wegen der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr
einer Gewöhnung und Auslösung eines zusätzlichen
Dauerkopfschmerz
es steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten
pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro
Migräneattacke
nicht mehr als 4mg eingenommen werden (Göbel, Ensink et. Soyka
1994).
Grundsätzlich gilt auch hier, daß zur
Migränetherapie
die Verwendung von Mi
gränemittel
in Form von Mischpräparaten (z.B. Ergotamintartrat mit Koffein oder
Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.) strikt vermieden werden soll. Auf
dieser Therapiestufe kann auch Dihydroergotamin i.m. (= in den Mus
kel) oder ganz
langsam i.v. (= in
eine Blutader) versucht werden
(1-1,5mg).
Besonders bei ausgeprägten vegetativen
Migränebegleiterscheinungen
hat sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Flunitrazepam
(= ein Schlafmittel) sehr bewährt,
auch unter dem Aspekt, Schmerzmittel einzusparen, zumal die Patienten in dieser
Situation ohnehin das Bedürfnis haben, sich hinzulegen.
Wird der
Migränekopfschmerz
von Nausea (=
Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen
begleitet (evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist
die Verabreichung von Metoclopramid sehr wirksam, zum Einnehmen oder als
Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht an Kinder
unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz vor einem
Analgetikum (=
Schmerzmittel)
einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die
Resorption (= Aufnahme im Dar
m) weiterer
verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der Dopamin-Antagonist
Domperidon verwendet werden, Tabletten oder Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem separaten Raum innerhalb
einer Praxis, hat sich zur Mi gränebehand
lung
die Verabreichung einer Infusion (500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS kombiniert
mit 10mg Metoclopramid und 1-2mg Flunitrazepam sehr bewährt, bei heftigen
Migräneschmerzen
zusätzlich 50-100mg Tramadol.
Bei Fragen zur verschreibungsfreien
Akut-Therapie der Migräne:
www.formigran.de
Nach einem Bericht in der Zeitung "die Welt"
vom 24.2.07 kann Flüssigkeitsmangel
Migräne bzw. eine
Migräneattacke
auslösen. Nach einer Studie der Neurologischen Universitätsklinik Wien besserte
sich bei 33 von 34 Migränepatienten der
Migräneschmerz
innerhalb von drei Stunden, nachdem sie einen halben bis dreiviertel Liter
Wasser zu sich genommen hatten.
Die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit
einem örtlichen
Betäubungsmittel)
ist zur Mi
gränebehandlung
im bereits voll entwickelten, akuten An fall wenig hilfreich.
Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen Fällen
abgeschwächt werden, so daß oftmals Analgetika
(= Schmerzmittel)
gar nicht oder in weit geringerer Dosierung als sonst üblich eingenommen werden
müssen.
Wir blockieren bei der
Migräneerkrankung
vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die
Nerven
supraorbitales (=
Nerven
an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml),
occipitales major (=
Nerven
am
Hinterkopf) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfe
nregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die Mi
gränekopfschmerzen
meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Behandlung nicht nur
auf die aktuell betroffene
Kopf hälfte zu
beschränken.
Wenn heftige Mi
gräneanfälle
gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer stationären
Migränebehandlung
schmerzseitige
Blockaden
(= Betäubungen) des
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Artet die Mi
gräneerkran
kung in
einen Status migraenosus
(= länger als 72h anhaltender Migräne
an fall)
aus, so ist dies eine Indikation
(= Anzeige)
zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg
Flunitrazepam, initial zusammen mit 40mg Prothipendyl, sowie eine Tropfinfusion
mit 100 mg Tramadol, 1g ASS und 10-20mg Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen
sollte mit der Gabe von Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert
werden.
Allgemeinmaßnahmen im Mi
gräneanfal
l bestehen
in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).
Prophylaktische
(= vorbeugende)
M
igräne-Behandlung:
Nicht immer sind die Patienten
bereit, auch im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente gegen die
M
igräne
einzunehmen, so daß oftmals eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine
Migränevorbeugung
sollte nur dann erfolgen, wenn die
Migräneattacken
mindestens zwei mal pro Monat auftreten. Nach Göbel und Soyka
(1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens
zweimal ein Status migraenosus, die Mi gräneerkran
kung mit
prolongierter (=
verlängerte) Aura oder einmalig ein
migränöser Infarkt (=
Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel) aufgetreten sind.
Als Mi
ttel der ersten Wahl gelten
Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Mig räne wirken).
Allerdings haben nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende
Wirkung auf die Mig
räneerkrankung. Relativ sicher wirken
Propanolol und Metoprolol (Diener 1989); beide Substanzen werden langsam
einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung für Metoprolol beträgt
200mg, für Propanolol 240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer
(= den Kreislauf
betreffende) Störungen oder einer
Bradykardie (= zu
langsamer Puls) muß diese vorbeugende
Mi
gränebehand
lung
abgebrochen werden (ausschleichend). In der Einschleichphase müssen daher
regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise
der Beta-Blocker in Bezug auf den
Migränekopfschmerz
ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Intervalltherapie der
Migräne-Kopfschmerzen
eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mi ttel das der Wirkung von Kalzium entgegenwirkt).
Flunarizin sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur
bei Patienten eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren Mi
gräneanfäl
le
n leiden und bei denen eine vorbeugende
Mig
ränebehandlung
mit Beta-Blockern kontraindiziert
(= gegenangezeigt)
ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich
Cyclandelat zur
Migräneprophylaxe
nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) des Migränekopfschmerzes besteht in
der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mi
ttel, die dem
Gewebshormon Serotonin entgegenwirken).
Pizotifen hat einen hemmenden Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im
Anfangsstadium der M
igräne.
Lisurid, ein Ergota min -Derivat,
ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg. Im
Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird diese Substanz bei uns
kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht überzeugt haben.
Zur
Schmerzprophylaxe
bei der sog. menstruellen
(= regelbedingten)
Mig
räne
soll Sulpirid hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und Soyka
(1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophy
laxe" mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis
drei Tage danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin ist zur Vor
beugung des Mi
gränekopfsch merzes umstritten. So
wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht verwendet.
Zur Mi gräneprophy
laxe
(=
Migränevorbeugung)
ist in Deutschland auch das Antiepileptikum
(= eigentlich ein Mi
ttel gegen die
Fallsucht) Topiramat zugelassen.
Dieses Medikament sollte aber nur bei Erwachsenen angewendet werden und nur
dann, wenn eine Therapie mit Betablockern nicht indiziert
(= angezeigt) ist,
zuvor nicht erfolgreich war oder nicht vertragen wurde. Bei der kindlichen Mig räne
sollte zur Vorbeugung das
Pestwurzmedikament Petadolex® versucht werden.
Nach einem Bericht in der Welt (19.4.04) soll zur Vorbeugung der
Migräne mit Aura
die auch regelmäßige Zufuhr von Folsäure geeignet sein.
Wenn die Mi gräneanfäl
le gehäuft
(z.B. mehrmals pro Woche) auftreten und andere vorbeugende Medikamente (z.B.
Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer Erfahrung beim
Migräne
kopfschmerz
auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel)
lohnend, besonders wenn sie über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x
täglich konsequent durchgeführt wird (Leser et Hefermann,
Schmerzkl
inik Bad Mergen
theim 1990). Dabei betäuben wir,
wie zur akuten
Migräne
behand
lung
schon beschrieben, die das Kranium
(= den knöchernen Schädel)
versorgenden Ner ven an ihren
Austrittspunkten. Ergänzt wird die Behandlung durch tiefe Infiltration der oft
verspannten, an die Halswir
belsäule angrenzenden
Muskulatur.
Die Wirkungsweise dieser
Migränetherapie ist
nicht geklärt, vermutlich kommt es zu einer tiefgreifenden neurovegetativen
Umstimmung.
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem neuraltherapeutischen Konzept,
allerdings mit dem Unterschied, daß statt Procain das lang wirkende örtliche
Betäubungsmittel Bupivacain verwendet wird.
Ergänzende Methoden:
Meist werden die folgenden Methoden
ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie
(= alleinige Behandlung)
ist die Wirkung in der
Migräne
behand
lung in der
Regel nicht ausreichend.
Eine der klassischen Indikationen für die
Akupunktur sind
Kopfschmerzen. Zur
Migränetherapie
dominieren Nadelpunkte auf dem Gallenblasen-Meridian, so z.B. die Punkte 3, 17,
40 und 43, zusätzlich das Lenkergefäß 25 in der Mitte der Nasenwurzel (Kossmann
et al. 1986). Es sei darauf hingewiesen, daß auch für die Behandlung der
Mig
räne
mit
Schmerzakupunktur
(noch) keine wissenschaftlich exakten Ergebnisnachweise vorliegen.
Die transkutane Nervenstimulation mittels Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden (TENS) kann beim Migränkopfschmerz,
wenn sie bei den ersten Anzeichen einer
Migräneattacke
durchgeführt wird, durchaus eine Linderung der Beschwerden herbeiführen,
manchmal sogar den Ausbruch einer
Schmerzattacke
verhindern.
Bei vielen Mi
gränepatienten fällt auf, daß auch im
schmerzfreien Intervall die an die
Halswirbelsäule
angrenzenden
Muskeln, teilweise
auch die
Schulter
muskeln verspannt
sind. In diesen Fällen hat sich die Verordnung von physikalischen
Therapiemaßnahmen (Fango, Kältebehandlung) und Krankengymnastik als ergänzende
Mi
gränebehand lung bewährt.
Manchmal kann auch durch eine manuelle Lymphdrainage im
Kopf
-/Halsbereich eine deutliche Linderung der
Migränekopfschmerzen
erzielt werden.
Zu erwähnen wäre bei
Mig
räne
auch die Hydrotherapie in Form von Wechselbädern der
Extremitäten
(=
Arme,
Beine)
und/ oder Kneippschen Güssen. Wahrscheinlich
beruht der oft zu beobachtende positive Effekt auf einer neurovegetativen
Umstimmung im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes.
Bewährt hat sich bei
Mig
räne
auch
Biofeedback (=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Auch
psychologischen Interventionen können Mi gränekopfsc
hmerzen
lindern: hauptsächlich Entspannungstechniken,
Streß
- und
Schmerzbewältigungstraining.

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